Unsere heimischen Schlafmäuse

Bilche, auch Schlafmäuse oder Schläfer genannt, sind eine Familie der Nagetiere. In Deutschland gehören vor allem Siebenschläfer, Gartenschläfer und Haselmaus zu dieser Gruppe; außerdem kommt der sehr seltene Baumschläfer vor. Was sie besonders macht: Bilche sind überwiegend nachtaktiv und verbringen einen großen Teil des Jahres im Winterschlaf.

Der Name „Schlafmäuse“ kommt nicht von ungefähr. Je nach Art können Bilche mehrere Monate im Winterschlaf verbringen. Der Siebenschläfer beispielsweise verschläft häufig etwa sieben Monate – von Mitte September bis in den Mai hinein. Während dieser Zeit ziehen sich die Tiere in geschützte Quartiere zurück, etwa in Erdhöhlen, Baumhöhlen oder geeignete Nisthilfen.

Der lange Winterschlaf ist eine wichtige Anpassung an die kalte Jahreszeit, in der nur wenig Nahrung zur Verfügung steht. Im Herbst fressen sich die Tiere deshalb Energiereserven an, bevor sie sich in ihr Winterquartier zurückziehen.

Wenn die Nacht zum Leben erwacht

Heimlich und meist unbemerkt sind Bilche in unseren Wäldern, Hecken und Gärten unterwegs. Mit geschützten Lebensräumen und geeigneten Rückzugsorten können wir dazu beitragen, dass die kleinen Schlafmäuse auch in Zukunft ihren Platz in unserer Natur behalten.

Drei Arten, drei besondere Lebensweisen

Der Siebenschläfer ist der größte der drei bekannten heimischen Bilche. Er ist ein ausgezeichneter Kletterer und lebt bevorzugt in Wäldern mit alten Bäumen. Bucheckern gehören zu seinen wichtigen Nahrungsquellen.

Der Gartenschläfer fällt sofort durch seine markante dunkle Gesichtsmaske auf. Er bewohnt sehr unterschiedliche Lebensräume, darunter Wälder, Streuobstwiesen, Hecken und naturnahe Gärten. Auf seinem Speiseplan stehen sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung, beispielsweise Früchte, Samen, Insekten, Würmer und Schnecken.

Die Haselmaus ist deutlich kleiner und besonders heimlich. Sie lebt vor allem in strukturreichen Hecken, Waldrändern und Gebüschen und bewegt sich geschickt durch das Geäst. Anders als ihr Name vermuten lässt, ist sie keine echte Maus, sondern ein Bilch. Ihre Nahrung besteht unter anderem aus Blüten, Früchten, Samen und Nüssen.

Bilche als Teil unseres Ökosystems

Bilche sind ein wichtiger Teil unserer heimischen Tierwelt. Als Samen- und Früchtefresser tragen sie dazu bei, Pflanzen zu verbreiten, gleichzeitig stehen sie selbst auf dem Speiseplan zahlreicher Fressfeinde wie Eulen, Greifvögel und Marder. Damit sind sie ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Nahrungsnetzes.

Warum brauchen Bilche Schutz?

Bilche sind auf strukturreiche Lebensräume mit ausreichend Nahrung und geeigneten Verstecken angewiesen. Alte Bäume, Baumhöhlen, Hecken, Sträucher und Totholz sind deshalb wichtige Bestandteile ihres Lebensraums. Werden solche Strukturen entfernt, gehen auch wertvolle Rückzugs- und Fortpflanzungsmöglichkeiten verloren.

Besonders beim Gartenschläfer zeigen sich regional deutliche Rückgänge. Die Art gilt in Deutschland als stark gefährdet. Der Schutz geeigneter Lebensräume und die Schaffung zusätzlicher Quartiere können deshalb einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser faszinierenden Tiere leisten.

Bilchen sichere Rückzugsorte bieten

Wo natürliche Baumhöhlen fehlen, können unsere Kobel wertvolle Ersatzquartiere für Bilche bieten. Die zum Stamm gerichtete Einschlupföffnung ist für Vögel schwer zugänglich, während Bilche den Kobel gut erreichen können. Gleichzeitig bietet die geschützte Lage einen sicheren Rückzugsort und erschwert Fressfeinden den Zugang.

Schläferkobel oder Haselmauskobel?

Der Schläferkobel 1KS ist als allgemeines Quartier für verschiedene heimische Bilcharten konzipiert und bietet mit seiner 40 mm großen Einschlupföffnung auch größeren Arten wie dem Siebenschläfer einen geeigneten Zugang. Der Haselmauskobel 2KS besitzt dagegen eine deutlich kleinere Öffnung von 26 mm sowie eine Siebenschläferbarriere und ist damit speziell auf die kleinere Haselmaus ausgerichtet.

Die Haselmaus ist eine nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union besonders geschützte Art. Damit gehört sie zu den Arten, für die europaweit ein strenger Schutz gilt – unabhängig davon, ob sie sich innerhalb oder außerhalb eines ausgewiesenen Schutzgebietes befindet.
Eigentlich für Vögel gedacht – aber dieser Siebenschläfer hatte offenbar andere Pläne. Hauptsache ein gemütliches Zuhause!
Die Einschlupföffnung an der Stammseite schützt die Bilche vor Fressfeinden.